Costa Rica Hotel-Praktikantin oder Crocodile Dundee?

  • Posted on: 19 October 2015
  • By: Franka

Strahlend blauer Himmel über dem FlussSchon seit 1,5 Monaten bin ich nun Praktikantin in dem Costa Rica Samara Hotel „Paraiso del Cocodrilo“. In dieser Zeit konnte ich bereits viele tolle Erfahrungen sammeln, relaxen und wunderschöne Strände sehen. Was aber jetzt schon ein absolutes Highlight für mich war, ist mein Ausflug zum Rio Tempisque.

Da gerade noch Regenzeit ist, haben wir derzeit relativ wenige Gäste im Hotel. Umso mehr freute ich mich, als vor ein paar Tagen ein junges, deutsches Pärchen für einige Nächte zu Besuch kam. Die beiden waren sehr unternehmungslustig, konnten aber außer der Phrase „Pura Vida“ kein Wort spanisch. Als sie sich dazu entschieden eine von Ticos geleitete Krokodiltour zum Rio Tempisque zu machen, fragten sie mich, ob ich sie vielleicht als kleine Dolmetscherin begleiten wolle. Nichts lieber als das!

Holprige Anfahrt

Gegen Mittag machten wir uns also auf den Weg zu dem kleinen Ort „Puerto Humo“ in Costa Rica, Guancaste. Bewaffnet mit Kamera, Trinkflaschen und vor allem viel Mückenspray saßen wir in dem kleinen Leihwagen des Pärchens. Ein Geländewagen wäre wohl eine bessere Wahl gewesen - für Costa Rica im Allgemeinen, aber vor allem auch für diese Strecke. 1,5 Stunden fuhren wir einerseits über geteerte Straßen, andererseits aber vor allem über die schlimmsten Holperpisten. Anstrengend!

Wo sind wir hier gelandet?

Als das Handy-Navi verkündete, dass wir nun am Ziel seien, wussten wir erstmal nicht weiter. Wo sollte die Anlegestelle noch sein? Gut, der Ort war nicht besonders groß und das Ziel musste irgendwo am Wasser sein, so viel stand fest. Wir irrten kurz durch die Gegend und wurden von Einheimischen, die vor ihren Häusern saßen, kritisch beäugt. Schließlich stießen wir auf eine Straße, in der ein Mann wild mit seinem Hut winkte und „Tour?!“ schrie. Er schien die die richtige Ansprechperson zu sein und so folgten wir ihm bis zum Fluss. Hier wartete schon ein weiterer Tico auf uns, der uns den Weg zu den Booten wies.

Wenn das mal gut geht

Auf hoher SeeAn der Anlegestelle passierten wir ein Metallgestänge versehen mit Holzpaletten, unter uns dicker, brauner Matsch. Ja, hier fühlen sich Krokodile bestimmt wohl. Diese wackelige Konstruktion führte dann auch als Steg vom Ufer direkt aufs Boot. Allerdings, so richtig gut befestigt war hier nichts und es hieß großen Lücken mit kleinen Sprüngen zu überwinden. Allein das war schon ein kleines Abenteuer.

Das Boot an sich sah dann aber Gott sei Dank wesentlich stabiler aus. Außer uns dreien und den zwei Ticos war kein weiterer Passagier an Bord, also konnten wir uns frei auf den zahlreichen Sitzplätzen verteilen, damit jeder von uns in eine andere Richtung Ausschau nach Krokodilen halten konnte.

Auf hoher See

Der Rio Tempisque war viel größer und breiter, als ich ihn mir vorgestellt hätte. Das Wasser war ziemlich schlammig und undurchsichtig, sodass man keine Ahnung hatte, was da gerade unter einem lauter oder eben nicht. Also mal lieber nicht die Arme aus dem Boot halten, sicher ist sicher.

Wenige Minuten, nachdem wir loslegten, hielten wir auch schon wieder. In gebrochenem Englisch versuchten uns die Ticos auf etwas aufmerksam zu machen. Wir sahen zwar einen weißen Vogel, verstanden aber nicht ganz, was es damit auf sich hat. „This is no eagel“ verstand ich und fragte mich, was mir die Information bringen solle, dass das kein Adler sei. Herzlichen Glückwunsch, das ist kein Adler? Zum Glück hatten die Beiden ein Bild von den verschiedenen, vorkommenden Tierarten des Flusses dabei und somit war schnell klar, okay, das ist wohl ein „Snow Eagle“. Macht auch schon gleich viel mehr Sinn.

Und schon ging es weiter.

Die Hitchcock-Insel

tierischer Baum im NationalparkNatürlich sollte es nicht bei dem eben umgetauften No-Eagle bleiben. Nach einer Weile Fahrt durch das idyllische Naturparadies gelangten wir zu der sogenannten Vogel-Insel, auf der es nur so von bunten Kreaturen wimmelte. Schon weit vorher hörte man Gezwitscher und Geräusche, die man eigentlich eher einem Wildschwein hätte zuordnen können. Wir fuhren extra nah heran um alles zu Überblicken und staunten nicht schlecht, wie viele verschiedene und verrückte Vögel sich auf dieser Insel versammelten. Alfred wäre begeistert!

Suchbild: Wo ist das Krokodil?

Angestrengt starrten wir während der Fahrt in Baume, Büsche, auf Ufer und in das Wasser auf der Suche nach weiteren Tieren und natürlich vor allem Krokodilen. Ab und zu machten wir Halt, da die Ticos (ganz im Gegensatz zu uns und unseren ungeschulten Augen) ausgefallene Vögel oder riesige, orange Leguane entdeckten. Schnell wurden die Kameras gezückt und hier und da versucht einen guten Schnappschuss zu landen.

Bei der Krokodil-Insel unweit der Vogelinsel war es dann endlich soweit: Krokodile! Aber wo? „MUUUUUCHOS Cocordilos!“ wiederholten die Ticos immer und immer Krokodilfluss Rio Tempisquewieder, doch wir wollten beim besten Willen keine erkennen. Erst als wir etwas näher heranfuhren und sich da im Wasser etas bewegte, erkannten wir die umherdümpelnden Tiere. Nicht ohne Grund nicht ganz leicht, da quasi nur Nasenlöcher und ein Teil vom Schwanz aus dem Wasser ragten. Auch hier wurde eifrig geknipst, jedoch relativ erfolglos. Aus dem Wasser wollte keines der rund 10 Krokodile kommen und so blieb uns nichts anderes übrig, als uns mit dem halbverdeckten Anblick zufrieden zu geben. Naja, immerhin!

Rückenwind und Sonne im Gesicht

entspannen und genießen auf dem FlussNach knapp zwei Stunden Seefahrt machten wir Kehrtwende mit dem Boot und fuhren wieder zurück. Da ich allerdings genug von dem ständigen Starren hatte und jetzt ja schon einige Tiere erblicken konnte, beschloss ich die restliche Zeit zu entspannen. Die Sonne schien und ich machte es mir vor dem „Captain“ ganz vorne auf dem Bug bequem. Ein bisschen bräunen, Augen zu machen, durchatmen, den Fahrtwind spüren, Augen wieder auf machen und vor einem das Wasser, die grüne Landschaft und den Horizont sehen. Wenn es auch nicht 100% mit den Krokodilen geklappt hat, hat es sich mindestens schon dafür gelohnt. Erholung pur.

Ab nach Hause

Wieder an Land angekommen, waren wir ganz schön erledigt. Ist halt eben doch anstrengend, so ein Tagesausflug. Wir bedankten uns recht herzlich bei den zuvorkommenden Ticos und machten uns auf den Heimweg zum Hotel, während es schon etwas dämmerte. Zufrieden machte ich es mir auf dem Rücksitz bequem und schlummerte trotz der Holperpiste ein bisschen vor mich hin und träumte davon, wie ich meinen Freunden und der Familie von meinem aufregenden Tag im Costa Rica Nationalpark Palo Verde erzählen werde.

 

Text und Bild von Redakteurin Franka

Kommentare

Hey Franka,

was für ein toller Bericht. Klingt ja richtig relaxt dein Trip zum Rio Tempisque. Vor einem Jahr war ich ebenfalls Praktikant in Costa Rica, da ich Tourismusmanagement studiere. In meiner letzten Woche bin ich viel gereist, unter anderem auch zum Rio Tempisque. Ich hatte ein bisschen mehr Glück als du. Die Krokodile haben sich auf den Sandbanken in der Sonne geahlt und man konnte sie toll fotografieren.

Falls ich es mal wieder nach Costa Rica schaffen sollte, werde ich dort auf jeden Fall noch mal vorbei schauen. Vielleicht können wir  ja sogar mal zusammen auf dem Bug die Sonne genießen?

Liebe Grüße aus dem viel zu kalten Deutschland,

Tom

Hi Tom :)

Danke für dein Lob - freut mich, dass dir mein Text gefällt!

Ich bin jetzt nur noch 4 Wochen in Costa Rica. In der letzten Woche werde ich auch noch etwas "reisen", aber nur zu einem Ort, ich schau mir La Fortuna an :)

Irgendwann möchte ich aber auch unbedingt zurück kommen und das Land komplett anschauen. Ich gebe dir bescheid, wann das sein wird, vielleicht lässt sich ja echt ein Treffen planen.

Viele sonnige Grüße in dein kaltes Deutschland (das wird ein Schock, wenn ich zurück komme!),

Franka

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