Hotel Praktikum in Costa Rica – Eine kleine Zusammenfassung

  • Posted on: 20 March 2017
  • By: Esther

Warum denn genau nach Costa Rica? Eine Frage, die mir im Laufe des Praktikums sehr häufig gestellt wurde. Meine Antwort fiel immer gleich aus: eigentlich war es Zufall. Aber jetzt, nachdem ich gut 4 Monate in Costa Rica gearbeitet und gewohnt habe, kann ich sagen, dass es ein schöner Zufall war. Was folgt ist ein kleiner Bericht über meine Zeit im Hotel Paraíso del Cocodrilo an der Playa Buena Vista.

Es ist relativ schwierig, alles was man innerhalb von 4 Monaten erlebt hat in ein paar wenige Worte bzw. in einen Bericht zu fassen. So viele verschiedene Eindrücke – da weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Vielleicht gehe ich am besten einfach chronologisch vor und beginne mit meinem ersten Arbeitstag nach meiner turbulenten Anreise (mehr dazu hier). Nachdem ich erst einmal ausschlafen durfte sah ich mein neues Umfeld zum ersten Mal bei Tageslicht – und war überwältigt von der grünen Pracht, die die Regenzeit in Guanacaste hervorgebracht hatte. Natürlich war alles absolut anders und ungewohnt im Vergleich zu Deutschland, aber das war ja gerade der spannende Anreiz. Ganz selbstverständlich wurde ich von Anfang an sehr herzlich vom Hotel-Team aufgenommen, sodass ich mich direkt sehr wohl und willkommen gefühlt habe. Nach einem kleinen Spaziergang zum Strand wurde ich dann erst einmal eingearbeitet. Zuerst gab es eine Führung durch das Hotel, dann wurden mir das Service-System erklärt und meine Aufgaben erteilt. Danach gab es eine kurze Einarbeitung am PC für den Marketingteil des Praktikums. Da noch Nebensaison war, war das für die erste Zeit sowieso meine Hauptaufgabe. Täglich die Hotelwebsites aktualisieren und mit Inhalten füllen und Artikel zu verschiedenen Themen schreiben, dass war, was ich in der ersten Zeit so machte, da relativ wenige Gäste da waren und dementsprechend auch weniger Hilfe im Restaurant erforderlich war. Beim Verfassen der Artikel konnte man schön kreativ werden, außerdem gefällt es mir im journalistischen Sinne zu schreiben, die Arbeit machte mir demnach von Anfang an Spaß. Nach ein paar ruhigeren Wochen freute ich mich dann aber auch schon darauf, dass die Hochsaison bald beginnen würde und ich endlich einen Einblick hinter die Kulissen des gut besuchten Hotelbetriebs bekommen würde.

Kulturell eine einmalige Erfahrung
Abgesehen davon, dass Costa Rica generell natürlich wahnsinnig beindruckend ist und sehr spannende kulturelle Aspekte umfasst, war natürlich auch die Arbeit im Hotel bezüglich verschiedener Kulturen unglaublich spannend. Schon alleine das Arbeiten mit meinen Tico und Tica Kollegen war eine tolle Erfahrung, ich habe vorher selten mit so herzlichen und immer gut gelaunten Menschen gearbeitet. Mit Beginn der Hochsaison reisten dann täglich auch viele Menschen aus allen möglichen Ecken der Welt an und ab, so hatte ich das Glück, auch  Eindrücke diverser Kulturen verschiedener Nationen zu erhalten und sehr nette Leute, die über den Globus verteilt leben, kennenzulernen. Das Hotel war also gut voll und so arbeitete ich für eine Zeit lang etwas mehr im Service – was zusammen mit meinen Kollegen wirklich sehr viel Spaß gemacht hat. Das war wirklich eine tolle Übung – vor allem für meine Sprachkenntnisse. Besonders gut hat es mir gefallen, wenn ich eine Zeit lang tatsächlich mit niemandem auf Deutsch reden musste, sondern zwischen Spanisch, Englisch und Italienisch hin und her wechseln musste. Es ist wirklich toll und wahnsinnig interessant sich mit Menschen auf ihrer Muttersprache – meiner Fremdsprache – zu unterhalten, und hilft noch einmal so richtig, ein Gefühl für die Sprache zu bekommen. Wirklich spannend war es für mich persönlich auch zu sehen, wie verschiedene Länder so Urlaub machen, worin sie sich unterscheiden, ob Stereotypen zutreffen… Relativ schnell konnte man sich so anpassen und wusste ungefähr, wie man mit wem umgehen sollte, wer eher für sich sein möchte, wer sich gerne mal etwas länger unterhält und – für „arme Studenten“ nicht uninteressant – wer am besten Trinkgeld gibt. Die Arbeit im Service war demnach außerordentlich spannend und hat echt Freude bereitet – das hatte ich vorher gar nicht so erwartet.
Seit Beginn der Hochsaison war dann auch immer etwas los und genug zutun ab es auch definitiv. Dank der bunten Mischung im Hotel erlebte ich viele lustige Abende und lernte unglaublich nette Menschen aus aller Welt kennen. Eine solche Mischung erlebt man vermutlich nur, wenn man im Hotel arbeitet und sie garantiert die verschiedensten Erlebnisse.

Streit an Heilig Abend, Workaholics im Urlaub & Gäste in der Küche
Wie bereits erwähnt ist man plötzlich Teil der verschiedensten Situationen und Ereignisse, ob man nun möchte oder nicht. Mein Heilig Abend im vergangenen Jahr hatte zum Beispiel definitiv das Potenzial für eine schlechte Soap, inklusive gespaltenen Familienlagern, viel zu viel Wein und einem daramatischen (und schiefgelaufenen) Abgang. Ja, selbst im Urlaub läuft bei manchen Familien nicht immer alles harmonisch ab, auch nicht an Weihnachten. Gut, man kommt sich in solchen Situationen schon etwas fehl am Platz vor, wenn sich die zwei Lager lautstark anfeinden und man hinter der Bar alles mitbekommt – aber ich konnte mich nicht über fehlende Unterhaltung beschweren. Wie schon erwähnt fand ich persönlich es sehr interessant zu sehen, wie andere Menschen ihren Urlaub verbringen. Es ließen sich verschiedene Gruppen beobachten, es gab zum Beispiel die überaus angenehmen und absolut unkomplizierten „rundum-glücklich-Urlauber“ die sich von nichts aus der Ruhe bringen ließen und ihren Urlaub sichtlich einfach nur genießen wollten. Dann gab es auch die Redebedürftigen, die ab und zu sehr gerne mal mit jemand anderem (in diesem Fall mit mir) als ihrer Reisebegleitung reden wollten. Auch die Urlaubs-Workaholics waren im Hotel stets präsent, und saßen bereits früh morgens im Restaurant an ihren Notebooks und Tablets um hier dem Chef zu antworten und da noch eine Mail zu schicken, anstatt einfach in Ruhe ihr leckeres Frühstück zu genießen. Auch sehr nett waren die für-alles-Verständnis-haber, manchmal gibt es halt einfach nicht alles in der Küche, denn wenn man frisch Kocht hat man nicht immer 100%ig alles da – da war es schön zu sehen, dass manche Gäste das keineswegs störte und sie es eher schätzten, dass man die Zutaten lieber frisch dahat. Es gab auch die ein oder anderen Gruppen die es nicht gestört hat, selbst mal etwas zu machen (auch wenn ich darum natürlich niemals gebeten hätte). So bereitete eine sehr freundliche Tica beispielsweise ihr eigenes Gallo Pinto in der Hotelküche zu, als ich alleine im Dienst war und noch nicht wusste wie man das beliebte costa-ricanische Gericht zubereitet. Alles in allem waren die Gäste wirklich unglaublich nett und es war immer wieder interessant, Menschen aus einem fremden Land kennenzulernen – das hat sich die kompletten vier Monate lang auch nicht geändert.

Freizeit & Ausflüge
Natürlich war die Arbeit teilweise schon ziemlich anstrengend, aber in den 5 Stunden Mittagspause am Tag konnte ich mich immer gut erholen. Ob ich nun einen der wunderschönen Strände der Umgebung aufsuchte, um Sonne zu tanken (Barrigona und Barco Quebrado sind definitiv einen Ausflug wert!), oder einen Abstecher nach Sámara machte – in der Umgebung konnte man sich immer gut beschäftigen. Gut, die Radtouren sind vermutlich etwas anstrengender und extremer gewesen als zu Hause, aber ein bisschen auspowern schadet ja nicht. Das schöne ist, dass man, auch wenn im Hotel natürlich prinzipiell eher Trubel herrscht, auch einfach seine Ruhe haben kann und für sich entspannen kann. Hierzu sind natürlich die weiten, einsamen Strände sehr geeignet. Auch sehr schön ist es, an seinen freien Tagen Costa Rica und in meinem Fall auch einmal Nicaragua zu erkunden. Costa Rica bietet so unglaublich viele einmalige Szenerien und Aktivitäten – da ist für jeden etwas dabei und kommt garantiert keine Langeweile auf. Oder m

an geht abends nach der Arbeit noch mit Kollegen aus – auf ein/en Feierabendbier/Cocktail, eine leckere Pizza oder in die nächste, typisch costa-ricanische Bar… Die Freizeitgestaltung hier ist wirklich einfach und bietet viele Möglichkeiten und hat mir ein paar sehr schöne Erinnerungen beschert – inklusive vieler exotischer und nicht exotischer Tierüberfälle. Da kann es schon mal passieren das man den ein oder anderen Skorpion versucht loszuwerden, oder dass eine Kuh Herde den Poolbereich überfällt – Costa Rica ist halt ein tierreiches und tropisches Land. Aber gerade solche Sachen, Tiere täglich zu sehen, die ich vorher noch nie ohne Gitter und Gehege gesehen habe, waren für mich immer wieder besonders. Man hat halt wirklich einen komplett anderen Alltag in einer vollkommen anderen Umgebung und sammelt enorm viele Eindrücke und Erfahrungen – das ist eine Chance, die sich keiner entgehen lassen sollte.

Egal ob nun während der Arbeit im Restaurant oder am PC – mein Hotel Praktikum an der Playa Buena Vista hat mir sehr viel Freude bereitet und auch einige Erfahrungen gebracht. Außerdem war es eine enorme Hilfe, um meine Spanischkenntnisse aufzubessern und endlich einmal anwenden zu können. Allen, die Lust darauf haben eine gute Zeit in einem exotischen Land zu haben, nette Menschen kennenzulernen und dort zu arbeiten, wo andere zum Urlaub machen hinfahren, kann ich ein Hotel Praktikum in Costa Rica nur empfehlen. Wenn ihr auch mal so eine Erfahrung machen wollt und eine spannende Zeit im Ausland verbringen wollt, dann schaut doch mal beim Hotel Paraíso del Cocodrilo vorbei.

 

 

Neuen Kommentar schreiben

Filtered HTML

  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <blockquote> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.