Regenwälder in Lateinamerika – Aufforstung vs. Abholzung

  • Posted on: 10 December 2016
  • By: Esther
Regenwald in Costa Rica

Ein besonderes Merkmal, das sich quer durch die Landschaft Lateinamerikas zieht und einem direkt in den Sinn kommt, wenn man an ein Land dieser Gruppe denkt: Die Wälder. Ob Urwald oder Regenwald, quasi in jedem lateinamerikanischen Land kann man die prächtigen und beeindruckenden, grünen Landschaften sehen. Leider werden immer mehr dieser Flächen vor allem durch Abholzung zerstört, was dazu führt, dass sich viele Organisationen und Regierungen ständig mit dem Thema auseinandersetzen.

Der Umgang mit den Regenwäldern Lateinamerikas wird stets stark diskutiert und könnte von Land zu Land kaum verschiedener gehandhabt werden. Während in einem Land immer mehr Waldflächen gerodet werden und die Natur ausgebeutet wird, versucht man in einem anderen Land die Schäden, die durch vorherige Rodung entstanden sind, wieder gut zu machen. Was folgt ist ein Vergleich zwischen dem zentralamerikanischen Land Costa Rica und dem in Südamerika gelegenen Staat Brasilien.

Die aktuelle Situation
Der aktuelle Rodungszustand in Brasilien ist mehr als grenzwertig. Mehr und mehr Waldfläche muss der Viehzucht und den Agrarflächen weichen, hinzu kommt noch die teils illegale Fällung von Edelhölzern, mit denen sich gut Handeln lässt.

Im starken Kontrast dazu steht Costa Rica mit seinem Vorhaben, bereits in naher Zukunft die erste klimaneutrale Nation zu werden. Hierbei spielen sowohl die Tatsache, dass bereits 25% der Landesfläche unter Naturschutz stehen, als auch die relativ erfolgreiche Wiederaufforstung der letzten Jahre eine wichtige Rolle.

Rodung im Großformat und ihre Folgen
In Brasilien gibt es hingegen laut Spiegel den wohl größten Waldverlust seit 2008. In weniger als einem Jahr wurden knapp 8000 Quadratkilometer an Wald abgeholzt, was 29% mehr im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Rodung verursacht natürlich nicht nur unersetzbare Schäden an den natürlichen Ressourcen, sondern führt zusätzlich zu einer deutlich erhöhten Emission von Co2. Hierzu konnte laut brasilianischer Beobachtungsstelle für Treibhausgase ein Wert von ungefähr 130 zusätzlichen Tonnen des schädlichen Kohlenstoffdioxids festgestellt werden. Die Abholzung im Großformat könnte aber schnelle und vor allem verehrende Folgen für das eigene Land hervorrufen. Experten sagen, dass die extremen Dürre-Perioden in der Umgebung von São Paolo in den vergangenen Jahren bereits auf den Umgang mit dem Regenwald zurückzuführen sind.

Vorbild Costa Rica - Wiederaufforstung
In Costa Rica hingegen wurden viele Maßnahmen zur Wiederaufforstung getroffen. Nach den großen Abholzungen im vergangenen Jahrhundert kann man nun deutliche Erfolge der getroffenen Maßnahmen erkennen. Die wieder Aufforstung ist und bleibt jedoch ein schwieriges Unterfangen, da es relativ schwierig ist, Setzlinge bzw. Samen der heimischen Pflanzenvielfalt zu organisieren. Es ist quasi unmöglich, den Urwald in seiner ursprünglichen Form wiederherzustellen, da die natürliche Artenvielfalt, die vor der Rodung herrschte, nicht rekonstruiert werden kann. Zwar kehren immer mehr heimische Pflanzenarten in den Wald zurück, jedoch können nicht alle Bäume der vorherigen Artenvielfalt nachgezüchtet und in dem jungen Wald angesiedelt werden. Dennoch können deutliche Erfolge wahrgenommen werden. Das liegt unter anderem daran, dass vorerst schnellwachsende Arten gepflanzt worden sind, um eine neue Schutzumgebung für die anderen Pflanzen zu schaffen. Hinzu kommt noch, dass sich im Nährboden auch nach der großen Abholzung noch immer ein Pilz befindet, der den Jungbäumen beim Wachsen hilft. So wird der Urwald Costa Ricas nach und nach neu bestückt, vor allem auch mit importierten Pflanzenarten, damit wieder eine nachhaltige Forstwirtschaft entstehen kann.

Die Lage der Wälder der beiden lateinamerikanischen Länder könnte also kaum unterschiedlicher sein. Für die Zukunft ist zu hoffen, dass auch in Brasilien mehr zur Wiederaufforstung getan wird und der illegalen Rodung Einhalt geboten wird, schließlich gab es auch dort bis zu den aktuellen, alarmierenden Zahlen eigentlich Erfolge bezüglich des Urwaldschutzes. Hilfe hierfür könnte auch das Natur- und Klimaschutz Modell Costa Ricas sein, dass aufgrund der sichtbaren Erfolge mit Sicherheit zum Nachahmen geeignet ist.

 

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Von Esther Feustel

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